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„Der Schriftsteller, der heutzutage etwas anderes zu schreiben versucht als das, womit die Großindustriellen der Konsumliteratur den Leser füttert, gleicht einem Einbeinigen, der sich mit seiner Prothese zum Hundertmeterlauf nominieren lassen möchte.“ (Márai Sándor, Tagebücher 1984-1989)

Welttag des Buches, den 23.April 2017


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Gestern Nacht hörte ich in der Sendung „Nachtcafé“ Thema: Pflege am Limit-zwischen Hingabe und Pflichtgefühl einen Prodekan des Fachgebietes Pflegewissenschaft, also einen klugen Menschen, folgendes sagen: “ Das wir heute immer älter werden heißt nicht, dass wir auch immer pflegebedürftiger werden, denn die heutigen Alten altern ganz anders. Sie ernähren […]

Das andere Altern


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Das Eisenbahngleichnis Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit.   Ein Nachbar schläft. Ein anderer klagt. Der Dritte redet viel. Stationen werden angesagt. Der Zug, der durch die […]

Das Eisenbahngleichnis, Gedicht von E. Kästner




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Ich weiß nicht genau, ob es an mir liegt, aber es existieren Aussagen, die mich einfach sprachlos machen. Gestern zum Beispiel sagte man mir folgendes: „Das Schönste am Arbeiten sind der Feierabend und der Urlaub.“ Und als hätte dies nicht gereicht, schickte der Herr schnell noch ein „Oder?“ hinterher. Danach […]

Sprachlos


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Ich sitze und warte. Ich sitze in einer Seniorenanlage die eher nach einer Anstalt riecht und warte auf einen Bekannten, den ich in ein paar Minuten hier treffen werde. Ich kenne diese Anlage und ihre Menschen. Einige gehen an mir vorbei und wir grüßen einander. Freundlich. Knapp. Viel geredet wird […]

Luftpost



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Neulich fragte man mich: „Sag mal, wie kommt man denn überhaupt auf die Idee, so ein Buch zu schreiben?“ Mit „so ein Buch“ war mein Buch „Sei einfach und du wirst“ gemeint. Diese Frage traf mich eindeutig zu unerwartet und in einer vollkommen ungeeigneten Situation. Somit fühlte ich mich schlagartig […]

Warum schreibt man denn so ein Buch?


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Oft werde ich gefragt, ob ich denn gern schreiben würde. Meine Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Aber ich denke schreibend und wenn ich schreibe, dann schreibe ich nur das nieder, was ich vorher schon schreibend gedacht habe. Schreiben ist nicht meine Leidenschaft, sondern mein natürliches Mittel um mich zu […]

Schreiben


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Ich sitze in einem Warteraum. Ich sitze in einem Warteraum einer Praxis. Mit mir Herr Ahrens. Er sitzt im Rollstuhl und schläft. Tief und fest. Ich versuche ihn zu wecken. „Herr Ahrens! Herr Ahrens hören Sie mich?“ Herr Ahrnes hört mich nicht. Er schläft. Die Tür geht auf. Ein älterer […]

Nur das nicht!



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Nie weiß ich so recht, wie ich es beschreiben soll. Nie, wie ich es nennen soll. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl, das mich jedes Mal, sobald ich ein Zimmer eines Heimbewohners betrete, überfällt. Es ist fast immer das gleiche Bild, das mich beim Öffnen der Tür erwartet. Fast immer sitzen sie […]

Unzeit


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Mehrfach fragte man mich, warum ich denn solche Geschichten schreibe? Unter „solche Geschichten“ meinten sie meine Geschichten aus den Altenheimen. Auf diese Frage mit einem Satz zu antworten ist mir schier unmöglich. Denn ich verfolge mit diesen Geschichten die unterschiedlichsten Ziele. Ich könnte fast sagen, mit jeder einzelnen Geschichte verfolge […]

Mehrfach fragte man mich, warum ich denn solche Geschichten schreibe


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Diese, folgende Geschichte ereigenete sich im Jahre 2015. Ich sitze in einem Heim. In einem Heim für alte Menschen. Es ist früh am Morgen. Im Raum mit mir sitzen andere Menschen. Alte Menschen. Es ist mein erster Tag als Betreuerin. Meine Kollegin sitzt an einem Tisch und schmiert ein Brötchen. […]

Zauberwort



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Die folgende Geschichte ereignete sich im Jahre 2015.   Ich stehe in einer kleinen Küche. In einem Aufenthaltsraum. In einem Heim für ältere Menschen. Es ist früh am Morgen und ich bereite Frühstück vor. Auf den Tischen stehen die Tassen, Becher und Teller wie erwünscht. Es ist mein dritter Tag. […]

Zauberwort Teil II.


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„Manchmal beneide ich die Toten.“ Diesen Satz hörte ich neulich von einer Bewohnerin eines Elternheimes. Es ist ein Satz, den ich nicht zum ersten Mal höre. Und es ist ein Satz, der mich nie unerwartet trifft aber mich immer verstummen lässt. Denn was soll ich sagen? Normalerweise müsste ich versuchen, […]

„Manchmal beneide ich die Toten“


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Neulich fragte ich mich, warum ich eigentlich die Geschichten aus den Altenheimen niederschreibe. Die Antwort auf diese Frage fand mich gestern. Gestern, als ich mit einem älteren Herren spazieren war und ich ihm am liebsten erzählt hätte, wie viele Geschichten ich schon über ihn und seine Gedanken in Form geschüttet […]

Neulich fragte ich mich