Blablabla


Es gibt Zeiten im Leben, in denen man, aus welchem Grund auch immer, seine Aufmerksamkeit auf Dinge richtet, die bis zu diesem Zeitpunkt als normal oder zumindest als selbstverständlich galten. Typisches Beispiel für das Entstehen solch einer Zeit ist, wenn sich unsere Gesundheit emanzipiert und die Narrenmütze aufsetzt.

Bei mir ist es noch nicht soweit.

Die Gesundheit ist noch mein wohlwollender Begleiter. Vielleicht aber auch nur ein schlafender Hund. Wer weiß?

Nein, mich brachte das Zusammenspiel zweier Tatsachen zu einer Verschiebung meiner Aufmerksamkeit.

Die eine Tatsache ist, dass ich seit einiger Zeit in einer Zusammenhäufung von Frauen arbeite. Beides, also sowohl die Zusammenhäufung (galant auch Team genannt) als auch die weibliche Zusammensetzung dieser, erschwert bekanntlich so Einiges. In erster Linie die wohlwollende in zweiter Linie die klare Kommunikation. Frauen reden gern. Über andere. Frauen. Missverständnisse und Fehlinterpretationen sind nichts Besonderes und die daraus entstandenen Skandale auch nicht. Sie sind oft exakt so gewollt.

Die andere Tatsache ist, dass ich dank einer glücklichen Fügung die Bekanntschaft mit einem tauben Pantomimen- Schauspieler machen durfte. Seine Gedanken über uns, die wir hören und sprechen können und die undisziplinierten Münder, die ihre Pforten jedem Wort öffnen, brachten mich zu manch einer Überlegung und endeten in, vielleicht auch etwas wirren, aber Gedanken.

Denn ich begann mich zu fragen was wohl wäre, wenn wir Menschen nicht reden könnten.

Einfach nicht mehr reden. Keiner sagt, was der andere gesagt hat und der andere daraufhin gesagt hat… Das schreckliche „Und so weiter“, das sich hinter den drei Pünktchen am Ende des letzten Satzes befindet, ist wohl jedem aus eigener Erfahrung gut, aber zumindest schmerzhaft, bekannt.

Und- was wäre, wenn wir nicht mehr hören könnten? Keine Feinheiten in der Melodie des Gesagten. Nichts.

Wäre das Leben so, in dieser stillen Form schwieriger oder einfacher?

Wären wir einsamer mit uns oder gemeinsamer mit uns?

Ich muss gestehen, von Zeit zu Zeit wünschte ich mir eine solche Stille.

Für uns.

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