Buchrezension „Der tanzende Direktor“ von Verena Friederike Hasel


Wichtige Botschaft aus einer gesünderen Welt

Was wäre, wenn in den deutschen Schulen Ruhe statt Hektik herrschte.

Wenn die Lehrer statt dem strafen Lehrplan, der noch dazu von Nichtlehrern ausgedacht wurde, den Kindern ihre Energie schenken könnten. Den Unterricht freier, kreativer, dem Kind, den Kindern gerecht gestalten dürften?

Was, wenn man sich mit den Kindern unterhalten würde?

Tatsächlich unterhalten. Über sie, ihre Gedanken, ihre Wünsche, ihre Träume, ihre Welt.

Was wäre, wenn die Lehrer nicht überfordert sondern inspiriert wären?

Was, wenn sie nicht von der Sinnlosigkeit ihres Tuns überzeugt kapitulieren würden, sondern einen Sinn finden könnten?

Was, wenn die Berufung nicht zur harten Arbeit mutierte?

Das sich im Bildungssystem viel verändert hat, weiß jeder.

Das es sich nicht zum Vorteil, sondern zum Nachteil aller verändert hat, weiß eigentlich auch jeder.

Aber gibt oder gäbe es einen Weg aus diesem kopflosen und sinnlosen Treiben?

Oder ist das alles nur eine Utopie?

Verena Friederike Hasel ist die Autorin des Buches „Der tanzende Lehrer“. Dieses Buch tänzelte in ihr Leben, denn eigentlich ging sie nicht nach Neuseeland, um dort ein Buch zu schreiben. Doch all das, was sie in der Schule ihrer Töchter erlebte, ließ ihre Feder nicht ruhen.

Sie besuchte mehrere Schulen. Saß mit im Unterricht. Sprach mit den Lehrern, die erstaunlich offen auf all ihre „deutschen“ Fragen antworteten. Sie beobachtete die Kinder.

In ihrem Buch „Der tanzende Lehrer“ beschreibt sie ein vollkommen anderes Schulsystem. Ein System, in dem die Kinder gefördert und nicht beschnitten werden. Ein System, in denen die Kinder so sein dürfen, wie sie sind und nicht zurechtgebogen und damit zum Krüppel gemacht werden.

Eigentlich müsste dieses Buch für jeden verständlich sein und nicht nur, weil es in einem sehr guten Stil geschrieben ist.

Eigentlich müsste die Botschaft gut zu erkennen sein und nicht nur, weil die Autorin über diese immer wieder schreibt.

Eigentlich. Doch ich fürchte zu viele abwinkende Hände, zu viele zuckende Schultern.

Vielleicht haben Sie mit ihren skeptischen Blick Recht. Gewiss. Vielleicht gibt es keinen Weg zurück. Vielleicht lässt sich nichts mehr ändern. Im Großen. Aber sehr wohl im Kleinen, denn in diesem Buch leben so viele bewegende Gedanken, dass man sicher den Einen oder Anderen nutzen kann. Es sind kleine Schritte, die allerdings eine große Wirkung haben können.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich mit dem was ist, nicht zufrieden geben.

Allen, die nach einer Lösung suchen.

Allen, die noch daran glauben, dass es auch anders geht.

Und allen, die eigentlich wissen: nicht die heutigen Kinder sind anders sondern das System ist falsch. Die unruhigen, aufgedrehten, lauten Kinder sind nur ein Ergebnis. Ein trauriges noch dazu.

Und auch das wissen wir. Eigentlich.

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