Freiheit


Der erste und gleichzeitig monumentalste Schritt gen Selbsterkenntnis ist es, sich seiner absoluten Nichtigkeit bewusst zu werden.

Und all dies in einer Zeit, in der sich der Mensch über alles erhaben meint und sich seiner Grandiosität sicher ist und dafür alles hergibt. Als erstes sein eigenes Leben.

Wir sind Menschen. Ganz einfach nur ganz einfache Menschen. Nicht mehr und nicht weniger.

Dies zu erkennen ist eine Befreiung.

Jedoch für viele eine untragbare und erdrückende Last unter der sie zerbrechen. Das Nichts-Sein wiegt zu viel.

Dem eigenen kleinen Leben in die Augen schauen birgt, wie vieles glanzlose, einen Goldstaub.

 


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2 thoughts on “Freiheit

  • E.I.

    Liebe Susanna,
    die Selbsterkenntnis der absoluten Nichtigkeit –
    ein sehr, sehr schmaler Grat. Bedeutungslos, belanglos: was dann ?
    Da bin ich doch relativ nah der Frage nach dem „Wer bin ich“ und „wohin gehe ich“. Sollte es wirklich nichtig, bedeutungslos und belanglos sein ?
    Einen Sinn sollte das Hiersein schon haben. Entwickelt sich der Sinn im Bewußtein der Nichtigkeit? Oder fehlt meinem Gedankengang etwas Gravierendes ?

    Liebe Grüße Ellen

    • Susanna M. Farkas Post author

      Liebe Ellen, ich danke Dir für Deine mich fragenden Zeilen.
      Du fragst:“Entwickelt sich der Sinn im Bewusstsein der Nichtigkeit?“
      Ich würde eher sagen: Der Sinn entwickelt sich aus dem Bewusstsein der Nichtigkeit (heraus).
      Das Hiersein hat sicher einen Sinn. Das Hier-Sein. Das Hier-Sein kann aber nur jenseits unserer Sucherei (nach uns und unserem Sinn) atmen. Wobei ich nicht sage, dass am Anfang die Frage nach dem „Wer bin ich“ und „Wohin gehe ich“ und die Antwort darauf nicht stehen kann (wenn nicht gar muss). Wer auf die Suche nach seinem Selbst geht, steht aber am Ende des oft sehr langen Weges genau an dem Punkt, den ich als Erkenntnis der eigenen Nichtigkeit nenne. Man erkennt, dass man sich die ganze Zeit zu wichtig genommen hat. Vielleicht aus Schutz. Vielleicht aus Angst vor dem Verschwinden in der Masse. Vielleicht aus Angst vor der Belanglosigkeit des eigenen Lebens. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem dieses sich schützen wollen an Überlebens-Notwenigkeit verliert. Die Selbsterkenntnis dient nicht als Mauerbau, als Schutzwall sondern es geschieht genau das Entgegengesetzte, man reißt die Mauer ab. Die Selbsterkenntnis gibt Stabilität genau an dem Punkt, an dem wir erkennen, dass wir auch ohne genau zu wissen wer wir sind, stehen können. Es ist Paradox, dass am Ende einer Suche Nichts zu finden ist, und wir im Grunde genau dieses Nichts erkennen müssen, um Selbstständig und somit Unabhängig zu sein.
      Nein, ich glaube nicht, dass Deinem Gedankengang etwas Gravierendes fehlt. Ich sehe die Nichtigkeit vielleicht nur heller als Du, weil sie am Ende eines Weges, einer Entwicklung steht. Ich sehe in ihr die Chance frei zu sein. Frei von jeglichen und eigenen Erwartungen.

      Ich danke Dir
      Alles Liebe
      Susanna