Gemeinsam


Ich sitze in einem Raum. Wir singen Weihnachtslieder. Die Senioren und ich.

Das machen wir aus einem guten Grund. Es ist bald Weihnachten und es warten vier Weihnachtsveranstaltungen auf uns. Drei in der Senioreneinrichtung. Eine in der Schule. Denn wir singen nicht allein, sondern mit den Kindern zusammen.

Dieses Jahr nicht zum ersten Mal.

Eine kleine Idee, die langsam wächst. Die Früchte kommt noch.

Heute haben wir die letzte Veranstaltung im Heim.

Die Kinder kommen. Sie sind gut zu hören.

Wir hören mit dem singen auf. Warten.

Brav betreten die Kinder den Raum. Ihr lautes Verhalten beruhigt sich. Automatisch. Sie setzen sich mit den großen runden Tisch und unterhalten sich leise. Ich wundere mich. Erneut. Denn die letzten beiden Tage war es genau so. Die Kinder wurden ruhig. Und sie blieben es. Vielleicht ist dieses Phänomen auch der festlichen Kleidung, die die Senioren tragen, zu verdanken.

Einige Kinder sehe ich heute schon zum dritten Mal. Das ist erstaunlich, denn die Schule kann nicht drei Tage lang die selben Kinder, die jeden Tag in einem anderen Kurs sitzen müssen, hergeben. Geplant war, dass immer andere Kinder kommen.

Doch die Kinder ließen sich dieses Ereignis nicht nehmen. Sie wollten unbedingt kommen. Zu den alten Menschen. Ins Heim.

„Sie fühlen sich hier wohl“, sagt die Lehrerin.

„Die sind schon so aufgeregt und fragen mich die ganze Zeit: Gehen wir jetzt zu den alten Menschen?“, sagt die Lehrerin.

„Sie sagen, sie würden am liebsten jeden Tag kommen.“, sagt die Lehrerin.

„Sie sind total begeistert von den alten Menschen.“, sagt die Lehrerin.

„Ich liebe es hierher zu kommen!“, sagt ein Kind.

„Man könnte doch oft kommen und den alten Menschen helfen.“, sagt ein Kind.

„Bitte, bitte, lass uns immer hierher kommen!“, bittet ein Kind.

Das Projekt geht weiter.

Denn es ist eine Antwort.

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