Grenzen


…gibt es nicht nur zwischen den Ländern, oder Menschen, sondern auch zwischen sich. Man kann sich von sich abgrenzen. Wie das geht?

Mit Gewohnheiten.

Unsere Gewohnheiten grenzen uns aus. Und zwar in erster Linie von uns selbst.

Die weiteren Ausgrenzungen im Außen sind dann nur noch eine natürlich Folge der eigenen Ausgrenzung.

Würden wir an unseren Gewohnheiten, an unseren: „ Das ist so, das mache ich immer so“ nicht so kleben, dann würden wir von den anderen auch nicht verlangen, so zu werden, dass sie in unsere Gewohnheiten passen.

Gestern traf ich zu ersten Mal in meinem Leben eine tauben Menschen.

Er hatte nur die Bitte, ich solle beim Reden bitte ohne Ton sprechen, denn dann würde er mich besser verstehen.

Eigentlich nichts Großartiges. Diese Bitte.

Aber was glauben Sie, wie schwer mir das fiel! Ohne Ton mit einem Menschen zu sprechen. Und nicht nur mir fiel es schwer. Kein anderer hat das geschafft. Wir alle holten Luft, stockten, lachten verlegen und sagten: „Ich kann das nicht!“

Wir konnten es nicht!Auch wenn wir es versuchten, spätestens nach dem dritten Wort kam der Ton dazu. Ist das nicht Phänomenal? Ist das nicht verrückt, ja-beängstigend, wie sehr wir an unseren Automatismen hängen?

Eine kleine Veränderungen und schon werden wir unsicher und finden keinen Halt.

Aber, und das ist das eigentlich Ziel meiner heutigen Zeilen, wir alle wurden offener und erfinderischer. Wir alle versuchten uns, zwar mit Ton, dafür aber mit mehr Körpersprache verständlich zu machen. Solch lebhafte, von Lachen gekennzeichnet Unterhaltungen habe ich bis jetzt sehr selten erleben dürfen.

Jenseits unserer lieb gewonnenen Grenzen zu gelangen ist eine Bereicherung. Für uns. Und somit für andere.

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