Halleluja!


Eigentlich wollte ich nicht mehr über alte Menschen, Heime, den Tod oder über die Vergänglichkeit schreiben. Doch manchmal lese ich Dinge, die mir Nachts den Schlaf rauben. Weil ich sie nicht verstehe.

Gestern Abend zum Beispiel schaute ich kurz vor dem Einschlafen auf meine Facebookseite. Ein Verbot, ich weiß! Aber ich tat es. Leider.

Da ich selbst ausgebildete Betreuerin für alte Menschen bin und als solche in mehreren Häusern tätig war, bin ich natürlich auch Mitglied diverser Gruppen, die einen regen Austausch darüber, was sie mit den alten Menschen machen, führen. Nur selten lese ich, was sie schreiben. Doch gestern tat ich es und ich lass folgendes:

Ihr Lieben, ich habe eine riesen Bitte an Euch, weil ich momentan kaum Zeit habe durch die Dateien zu scrollen. Ich brauche dringend Tipps: 91jähriger Mann in Pflegeheim, bettlägerig, blind und momentan hat er sich „aufgegeben“. Ist sein gutes Recht finde ich. Da ich ihn aber betreue, kann ich momentan nicht mehr als an seinem Bett sitzen und ihm die Hand halten. Das ist mir aber zu wenig. Ich möchte ihm gerne etwas zukommen lassen, dass ihm wieder etwas Freude bereitet und den Kopf ein wenig „trainiert“, ihn aber nicht zu sehr anstrengt. Mein Kopf ist leer und außer vorlesen fällt mir einfach nichts ein. Wäre für Eure Hilfe sehr dankbar.“

Hier hätte ich sofort mit dem Lesen aufhören sollen. Denn selbst diese Zeilen waren für mich eine Überforderung. Doch ich tat es nicht, denn ich wollte wissen, was die andere dazu schreiben.

Und es kamen folgende, wirklich sehr hilfreiche und gut verständliche Reaktionen:

Ich habe mal kochen am Bett gemacht ,die Dame hat sich sehr darüber gefreut es wurde dann auch verspeist

Oder:

Hallo, nimm ein kleines Sektchen welches man gut zu binden kann. Verschiedene Alltagsgegenstände kannst du zum erraten hinein packen, die der Bewohner von außen ertasten kann. Aus der Küche zum Beispiel Messer Gabelschere, kleine reibe, Knoblauch Presse verschiedene Sachen. Möglicherweise kann, Zahnbürste, oder auch kleine handwerkliche Gegenstände. Viel Erfolg und allen mit lesenden noch einen schönen Abend“

Oder:

Ein Windspiel über das Bett hängen, mit immer neuen Anhängern ( der Jahreszeit entsprechend oder Bilder der Familie, Gegenstände aus dem Berufsleben oder eines evtl. Hobbys)“

Oder:

Die Türe offen lassen-so bekommt er Geräusche von Aussen mit. Immer mal wieder den Kopf reinstecken und mit ihm scherzen. Zeitung etwas vorlesen und wenn er gläubig ist-mit ihm beten! Sollte er sich auf den Weg machen wollen-ihn auch lassen.
Mann könnte auch kleine Dinge in eine Schachtel packen und durch fühlen mit der Hand-so Gedächtnistraining machen.
Kugeln Bürste Würfel Blatt Gabel Holz Stein ect. „

Oder (und ich muss gestehen, hier ging meine Fantasie mit mir durch)

Vielleicht mal mit Klangschale arbeiten….“

Oder:

Ich spiele….ganz leise….Lieder auf dem Psylophon auch Glockenspiel genannt“

Danach, ich muss gestehen, war es um mein Schlaf geschehen.

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