Integration, oder was?


In der Vorbereitungsphase auf unsere Veranstaltung „Nicht mehr fremd im neuen Land, aber sich selbst?“ startete ich eine Umfrage. Ich fragte und frage hier und da Menschen, was sie denn unter Integration verstehen.

Hier ein kleiner, nicht ridigierter Einblick in die Antworten:

 

„ Nix, nur Geldverschwendung!“

„ Anpassen an dem Land wo man hingewandert ist.“

„ Verschleiernder Ausdruck für gewaltsame Verschmelzung.“

„ Teil von etwas werden“

„ Einordnen“

„ Akzeptanz“

„ unterordnen, Verlust der Identität, Selbstaufgabe“

„ Glauben ablegen“

„ medial erfundene Seifenblase, die täglich neu platzt“

„ sich dem Gesetz, der Lebensphilosophie einfügen, Religion zumindest tolerieren und respektieren“

„ Anpassung, Identifikation“

„ Brauchen wir nicht, ab in die Heimat!“

„ Menschlichkeit und Nächstenliebe“

„ gegenseitige Toleranz“

„ Integration ist schwierig“

„ Integration ist ein fortlaufender Prozess, der sich nicht mit einem Einwanderungsgesetz und Deutschkurs erledigen lässt.“

„ Integration ist immer die Integration innerhalb der Institution einer Gesellschaft. Das ist nur ein Teil der Kultur.“

„ Integration-RAUS!“

„ Einwanderer müssen es WOLLEN, der Staat kann WOLLEN nicht erzwingen.“

“ mit etwas anderem etwas Neues bilden“

“ Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr!“

„Integration bedeutet, dass diese Menschen vorher nicht dazugehören. Da hat man schon vorher im Kopf, dass es Außenstehende sind.“

 

Ich habe das Gefühl, wir reden, aber wissen nicht so recht, was.

Ich habe das Gefühl, wir diskutieren, aber wissen nicht so recht, worüber.

Wie soll das bloß gut gehen?


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2 thoughts on “Integration, oder was?

  • H.kennhöfer

    12 Millionen Menschen sind 1945 aus Schlesien, West- und Ostpreußen, Böhmen und Mähren nach Westen geflüchtet und von dort vertrieben worden, in den verbleibenden Rest Deutschlands. Dort haben sie eine neue Heimat gefunden, weil sie es mussten, weil sie es wollten, gegen alle Widerstände und Anfeindungen… Völkerwanderung könnte man es nennen, es liegt wohl in der Natur des Menschen – wie hätte der Mensch sonst die ganze Erde bevölkern können?

  • Susanna M. Farkas Post author

    Lieber Herr Kennhöfer, danke für Ihre Zeilen und Gedanken.
    In der Tat ist eine Wanderung der Menschen kein neuzeitliches Phänomen.
    Sie schreiben von Menschen, die 1945 flüchten, ihre Heimat verlassen mussten. Diese Menschen haben dann eine neue Heimat gefunden weil, ich zitiere: ..“ sie es mussten, weil sie es wollten.“
    Ein interessanter Gedanke, den Sie einbringen.Sie mussten und wollten.
    Ein Befragter gab mir auf meine Frage, was denn für ihn Integration bedeute, folgende Antwort: Selbstaufgabe, Verlust der Individualität und unterordnen.
    Doch er erweiterte seine Aussage mit folgenden Gedanken: „Wenn ich mich in irgendeiner Gemeinschaft aufgrund des Willens Anderer integriere, so ist es gleichzusetzen mit dem, was ich sagte. Geschieht es, weil es mein Wille ist UND der Wille der Gemeinschaft ist so kann es nur synergetisch Positiv sein.“
    Auch hier scheint das Wollen eine herausragend wichtige Rolle zu spielen.
    Beobachte ich aber die Integrationshelferlandschaft, so frage ich mich: wer will die Integration eigentlich mehr?
    Aber nicht nur das bereitet Bedenken. Sondern vielmehr die Tatsache, dass wir fast alle eine ganz andere Vorstellung über die Integration, über das Funktionieren und Ausführen dieser haben. Es ist erstaunlich und irre führend. Es fehlt der gemeinsame Nenner.