Mit 51 alt und im Abseits


Es ist erstaunlich, wie schnell das Buch „Heimgeschichten-alt und im Abseits“ in relativ vielen Händen gelandet ist. So auch in denen einer Frau, die mir schrieb. Ich bat sie einige Passagen aus ihren Gedanken auch anderen Lesern zeigen zu dürfen, denn das, was sie (be)schreibt, (be)trifft uns alle. Ich danke ihr für die Einwilligung.

„Liebe Frau Susanna M. Farkas, wohl eher durch Zufall fand ich Ihr Buch. Ich lass den Titel und fühlte mich sofort angesprochen, obwohl ich erst 51 Jahre alt bin.

Ich bin noch nicht so alt, wie die Menschen in Ihren Geschichten, aber trotzdem fühle ich mich so.

Alt und im Abseits. Das war nicht immer so, doch wie im Leben eines jeden Menschen, so sollte ich auch meine Schläge erhalten. Ich wurde vor knapp drei Jahren krank und damit arbeitsunfähig. Ich stand plötzlich im Abseits, ohne dass ich es wollte oder daran etwas ändern konnte.

Meine Freunde blieben mir treu. Wenigstens ein Trost, den ich hatte. Nun geht es mir wieder besser. Ich könnte arbeiten. Nur leichte Sachen, aber ich könnte wieder aktiv werden. Ich könnte putzen, ich könnte im Büro mithelfen, aber ich finde keine Arbeit. Ich bin zu alt. Sie wollen überall nur jüngere Menschen. Mittlerweile schäme ich mich schon für mein Alter….

Mit 51 fühle ich mich alt und im Abseits. Es sind nicht nur die vielen Menschen in den Heimen davon betroffen, sondern schon alle die, die über 50 Jahre alt sind, sind alt und bald im Abseits. Das ist die traurige Tatsache.“

Ja.

Und wir lassen es einfach geschehen.

Sagen nichts, höchstens mal ein „Schlimme Zeiten heute“ und das war´s.

Dieses Desinteresse und unsere Bequemlichkeit wird uns noch den Kragen kosten.

Recht bald.

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