Mitgefühl


Immer und immer wieder höre ich es.

Diese Aussage, die ich nicht ganz verstehe.

Zu viele sagen:“ Wir müssten etwas gegen die katastrophalen Zustände in den Heimen machen. Es geht uns alle an. Wir werden schließlich auch alle einmal alt.“

Was ich daran nicht verstehe?

Ich bin der Meinung, dass uns die Zustände in den Kasernen, genannt Heim für alte Menschen, aus ganz anderen Gründen interessieren, wenn nicht sogar schmerzen müssten.

Aus humanitären Gründen.

Aus Mitgefühl.

Und nicht aus „ich werde ja auch mal alt“-Gründen.

Dies ist ein Kampf vorbei an all den Menschen, die jetzt dran sind. Die jetzt in den Heimen hocken und warten.

Ich glaube nicht, dass wir das Leid der anderen erkennen können, wenn wir eigentlich nur unseren eigenen, einst alten Hintern retten wollen.

Unser Blick reichtet sich in die unrichtige Richtung.

Nämlich nur auf uns selbst.

Uns wo bleibt der andere?

Wer schaut ihn an?

Wer schaut hin?

Aus Mitgefühl. Für den anderen. Jetzt.

Und nicht nur aus Mitgefühl für sein späteres, altes Ich.

Doch Mitgefühl, so konnte man unlängst erkennen, gehört nicht zu unseren Stärken.

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