Neue Rezension zu meinem Buch „Heimgeschichten-alt und im Abseits“


Klappentext:
Alt. Abgeschoben. Einsam. Verlassen. Anderen Menschen ausgeliefert.
Das ist die Welt, in der viele alte Menschen leben. Das ist die Welt, in der immer mehr alte Menschen leben werden.
Und das ist die Welt, die kaum einer betreten und sehen will. Und das sind die Menschen, mit denen kaum einer ein Dialog sucht.
In dem Buch „Heimgeschichten – alt und im Abseits“ geht die Autorin, die selbst einige Jahre als Seniorenbetreuerin tätig war, auf die Suche nach Antworten. Nach Antworten auf Fragen, die sich jeder von uns bewusst oder unbewusst, geheim oder offen stellt. Früher oder später stellen muss.
Denn wie werden Sie Ihr Alter erleben? Wie werden Sie auf Ihr Leben zurückblicken? Was bedeutet für Sie Ihr Leben? Wann wollen Sie leben?
Jetzt oder später, wenn Sie mehr Zeit haben.

Fazit:
Die Autoren erzählt auf 294 Seiten kurze Geschichten, Anekdoten, Mitschnitte aus ihrer Zeit als Seniorenbetreuerin im Altenheim. Kurze Episoden, die man mal eben schnell lesen und auf sich wirken lassen kann, sogar muss. Episoden, die nachdenklich stimmen, ob ich später einmal so leben und behandelt werden möchte. Es kann nur eine Antwort geben, und die lautet „Nein“. Dabei muss herausgehoben werden, dass es nicht um „Angriffe“ gegen das Personal in den Altenheimen geht, sondern um ein Infragestellen des Systems, in dem wir leben, wie unsere gesamte Gesellschaft funktioniert. Es beschreibt Menschen, die keine Aufgaben mehr haben, nicht mehr gebraucht werden und keine Wertschätzung für das Geleistete in ihrem Leben erfahren. Da passte es ganz gut, dass mir diese Tage ein Artikel vom Dalai Lama in die Finger kam mit der Fragestellung, warum gerade in den Wohlstandsländern so viel Unzufriedenheit und Depression herrscht. Die einfach Antwort war: „Der Mensch will gebraucht werden.“ Das wollen die alten Menschen ebenso, doch sie sind ja nicht mehr leistungsfähig. In den meisten Naturvölkern erfahren die Alten Wertschätzung und Anerkennung, doch dafür ist in unserem System kein Raum.

Das Buch macht betroffen und hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Und es sollte noch viel mehr Menschen nachdenklich stimmen. Nicht nur diejenigen, die kurz vor der Frage stehen, ob sie nun in ein Altenheim gehen oder nicht. Es betrifft uns alle, Alt wie Jung, denn nur gemeinsam kann ein System ins Bewusstsein gerufen und infrage gestellt werden.
Absolute Leseempfehlung!

Leave a comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.