Rezension Mein Bruder und ich und das ganze Universum


Frank ist 10 und er hat einen Bruder der fünf Jahre alt ist.

Einen Bruder, der uns in den ersten Seiten des Buches nur Schritt für Schritt immer näher gebracht wird. Wir erfahren, dass dieser Bruder keine lauten Geräusche ertragen kann; er Farben fühlt; er nicht baden mag; er immer denselben Pullover tragen will; mit Veränderungen nicht umgehen kann; nicht sprechen kann und das sich sein Bruder für ihn schämt. Wir erfahren, dass die Eltern überfordert sind und das das Leben mit ihm fast unerträglich ist.

Max. So heißt der Bruder. So heißt der Mensch, der anders ist, nämlich ein Autist.

Es ist eine ergreifende Geschichte, die uns die Autorin Katya Balen schreibt bzw. beschreibt.

Es ist die Geschichte des kleinen Jungen Frank, der als Schattenkind sein Leben lebt. Denn alles dreht sich nur um seinen kranken Bruder. Alle Blicke richten sich auf ihn. Auf Max. Aber wo bleibt Frank? Frank mit seinen Bedürfnissen? Mit seinen Wünschen? Warum wird er nicht gesehen?

Das Buch selbst gleicht einem Tagebuch. Einem Tagebuch, dass die gesamte Gefühlswelt des kleinen Frank in sich birgt. Durch seine Augen erleben wir die Familie, die täglichen Tragödien, die Gefühle und Gedanken zu seinem Bruder, der ihn in den Schatten stellt. Wir erfahren, wie er aus diesem Schattendasein ausbrechen will, es aber doch nicht schafft und wie sich seine Beziehung zu seinem Bruder verändert.

Der Schreibstil ist für dieses Buch gut ausgesucht. Es sind einfache Sätze. Aber schmerzvolle Gedanken. Es sind einfache Beobachtungen. Aber schmerzvolle Erfahrungen.

Das Buch ist keine leichte Unterhaltungslektüre. Trotzdem würde ich sie jedem empfehlen, der therapeutisch tätig ist, oder sich für das andere Leben anderer interessiert.

Es ist ein Kinder und Jungendbuch und als solches absolut richtig und unbedingt empfehlenswert.

Leave a comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.