Volkskrankheit Wohlstand


Schaue ich in die verbissenen Gesichter vieler, so wird mir klar: wir wissen wirklich nicht, was wir schon besitzen, denn man lehrt uns unseren Blick stets auf all das zu richten, was wir nicht haben. Und man behauptet, dass genau das, was wir nicht sind oder haben, der Schlüssel zu unserem Glück sei. Alles andere, was wir aber haben oder wer wir sind, sei zu wenig. Dieser räuberischen Masche verdanken wir die vielen, nach unten gerichteten Mundwinkel. Eine, dem Menschen unwürdige, hässliche Gravur, die durch Blindheit für sein eigenes Glück, für all das, was schon vorhanden, entsteht. Dieses Phänomen gibt es nicht überall. Menschen, die nicht wissen, dass ihnen etwas zu ihrem Glück fehlen sollte, bleiben von dieser Zeichnung des Lebens verschont. Sie haben Glück.

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