Wandel


Man stelle sich vor, wir Menschen durchlebten einen Wandel.

Einen Wandel, der uns zu gesunden Menschen werden lässt.

Zu Menschen, die ihren dringenden Durst und Hunger nach ihrem Leben nicht durch Konsum stillen wollten.

Zu Menschen, die statt Massen in Maßen kauften.

Zu Menschen, die nicht in der Fremde nach ihrem Glück wühlten.

Zu Menschen, die ihre Grenzen wüssten.

Zu Menschen, die aus sich heraus denken könnten.

Was wäre dann mit der Wirtschaft?

Wer würde die Verantwortung tragen dafür, wenn sie schrumpfte?

Wir?

Weil wir ihrem Peitschenhieb nicht mehr folgten?

Was wäre, wenn wir tatsächlich anfingen freihändig zu denken?

Wenn wir uns nicht, gleich einem Schwein, mästen lassen würden? Denn große Unterschiede zwischen dem Erscheinungsbild eines heutigen Menschen und dem eines Schweines gibt es wahrlich nicht mehr.

Was wäre, wenn wir plötzlich erwachten?

Was wäre dann mit der so wichtigen Wirtschaft? Und ihrem Wachtstumszwang?

Es ist eine wahrlich verzwickte Situation, die heutige.

Die Wirtschaft muss gerettet werden. Sonst gehen wir den Bach runter. So dröhnt es aus allen Nachrichten.

Doch wer soll sie retten? Und womit?

Wir? Mit unserem Portemonnaie?

Mit unserem ewigen Durst nach Leben?

Mit unserem beißenden Hunger nach Befriedigung?

Ja?

Und was wäre, wenn wir dieser Forderung, die unsichtbar aber spürbar ihre gierigen Krallen ausfährt, nicht folgen würden?

Ist es eigentlich unsere Pflicht, die Wirtschaft zu retten?

Oder anders gefragt: ist es eigentlich unsere Pflicht blind, taub und blöd zu bleiben?

Damit wir retten können, was gerettet werden muss. Damit Menschen nicht arbeitslos werden? Damit alles so bleibt, wie es war und ist?

Ist das die stumme Abmachung, an die wir uns, meist unbewusst, halten?

Ja?

Warum protestieren wir nicht dagegen? Warum sagen wir nicht, dass wir nicht alles im Übermaß haben müssen? Warum sagen wir nicht, dass wir keine Unmengen fressen müssen um leben zu können? Warum sagt keiner, dass wir nicht tausende Kilometer fahren müssen um unser Glück zu finden? Warum sagt keiner, dass sie endlich aufhören sollen uns einzureden, dass wir alles, was wir nur wollen, erreichen können? Warum sagt keiner, dass sie endlich aufhören sollen uns einzureden, dass wir stets besser sein müssen als der andere um überleben zu können? Warum sagt keiner, dass sie aufhören sollen uns einzureden, dass das Können des einen Menschen wertvoller sei als das des anderen? Warum sagt keiner, dass unser Glück nicht vom Aufblähen unseres Bankkontos abhängig ist? Warum sagt keiner, dass sie endlich aufhören sollen uns einzureden, wir benötigten eine Villa mit Goldklinken um glücklich zu sein? Warum?

Weil wir noch nicht so weit sind.

Weil alles dafür getan wird, dass wir nie aus diesem fremden Gedankenkonstrukt herausfinden.

Und natürlich weil wir uns gar nicht aus diesem Spinnennetz befreien wollen.

Gründe dafür gibt es viele. Weil wir noch nicht so weit sind.

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